Home 18.10.11
Hedem liegt im Grenzbereich zwischen dem nördlichen Mittelgebirgsrand und dem bis zur Nordsee sich erstreckenden Norddeutschen Flachland. Kleinräumiger betrachtet liegt es im nördlichen Wiehengebirgsvorland. Der Ort liegt von ca. 50 m über NN. Während der längsten Eiszeit war diese Gegend mit einer mehr als 1000 Meter dicken Eisschicht bedeckt. In der letzten Eiszeit floss die Weser an Oeynhausen, Löhne, Bünde, Holzhausen, Hedem und Osnabrück vorbei in Richtung Nordsee. Als dann das Eis innerhalb von Jahrtausenden langsam nach Nordosten zurückwich, bahnte die Weser ihren Lauf durch die Porta. Der Weg nach Bremen war immer noch versperrt. Deshalb floss die Weser zunächst durch Hille und den Stemwederberg vorbei in die Nordsee. Erst als der Weg hinter Nienburg frei wurde, bahnte sich die Weser ihren Weg in Richtung Bremen. Wegen dem ehemaligen Urstromtal hat Hedem außerordentlich hohes Grundwasservorkommen in den tiefsten Kiesschichten hin, die zu erheblichen Grundwasserförderungen geführt haben. Nach der letzten Eiszeit und dem Rückzug des Eises nach Norden vor etwa 10 000 Jahren bildete sich durch Ablagerungen von Löß, Sandlöß und durch die Entstehung des Flussnetzes das heutige Landschaftsbild heraus. Durch den fruchtbaren Lehmboden waren hier die Voraussetzungen für Land- und Viehwirtschaft gut. Verschiedene Handelswege zwischen Nord-Süd sowie West-Ost wird es gegeben haben. Die Attraktivität dieses Gebietes lässt eine intensive Besiedlung vermuten.
Vorgeschichtliche Funde sind in Hedem eine Siedlung aus der jüngeren römischen Kaiserzeit / Völkerwanderungszeit nachgewiesen, die nach heutigen Erkenntnissen ab dem 3. Jahrhundert bis zum 4./5. Jahrhundert nach Chr. Geburt bestanden haben dürfte. Es handelt sich hier um eine für diese Zeit typische Gehöftanlage, die aus mehreren Wohn- und Wirtschaftsgebäuden bestand. Aus der Siedlung stammt ein überaus reichhaltiges Fundgut. Keramik stellt naturgemäß die umfangreichste Materialgruppe. Schlackenfunde belegen eine handwerkliche Tätigkeit.
Germanen-Brunnen Mittellandkanal Besiedlung des Hedemer Raumes Home
Heute fließt die Große Aue, die im Wiehengebirge entspringt, durch Hedem. Der Mittellandkanal durchquert auch Hedem. Nennenswerte Moorbildungen hat es in Hedem nicht gegeben.
Nirgendwo in Deutschland findet sich eine solche Vielzahl und Vielfalt restaurierter Mühlen wie rund um die Weser, Wiehengebirge und Dümmer, verbunden von der Westfälischen Mühlenstraße. Sie führt durch eine sehr abwechslungsreiche Landschaft, im Süden geprägt vom Band des Weser- und Wiehengebirges mit der bekannten Westfälischen Pforte, der Porta Westfalica und nördlich von einer Auenlandschaft um Mittellandkanal und Weser. Der Übergang vom Mittelgebirge in die norddeutsche Tiefebene ist ideal für Wanderer wie Radwanderer. Erstere finden auf dem Bergrücken einen der bekanntesten und beliebtesten norddeutschen Streckenwanderweg, den 90 km langen Wittekindsweg, dessen Namensgeber der legendäre Sachenherzog war.